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Hallo Andreas und Christian, als HSG Alumni habt ihr gemeinsam das Startup Vimcar in Berlin gegründet. Was macht Vimcar und wie seid ihr zu dieser Idee gekommen?

Andreas: Vimcar entwickelt Connected Driving Produkte für Endnutzer und Unternehmen. Dabei liegt unser Fokus auf Lösungen, die einen klaren Effizienz- und Kostennutzen bieten. Unser erstes Produkt heißt SPOTS, eine Elektronische Fahrtenbuchlösung. Uns ist aufgefallen, dass die Besteuerung von Firmenwagen in Deutschland zum Nachteil von Millionen von Fahrern ausgeht, vor allem, weil es bisher sehr komplex und fehleranfällig war, Fahrtenbuch zu führen. Mit SPOTS ist damit jetzt Schluss. Nutzer können im Jahr durchschnittlich 1500,- Steuern sparen.
Christian: Die grundsätzliche Motivation in diesem Bereich etwas zu unternehmen, ist hier an der HSG entstanden – im Rahmen eines Design Thinking Projekts mit einem Automobilhersteller. Viele Connected Services funktionieren nur herstellerübergreifend richtig gut. Das ist die Chance für ein unabhängiges Startup.

Was unterscheidet euch von vorhandenen Lösungen auf dem Markt?Vimcar SPOTS Fahrtenbuchstecker einstecken_ready for release

Andreas: Wir kombinieren einen kleinen Stecker, der im Fahrzeug vollautomatisch Kilometerdaten aufzeichnet, mit einer App. Das Fahrtenbuch ist bisher vor allem unbeliebt, weil es Fahrern auf den Wecker ging, ständig in ein kleines Heftchen schreiben zu müssen. Mit SPOTS starten wir eine kleine Revolution: Weil wir unsere App radikal nach Design Thinking Maßstäben entwickelt haben, setzen wir in diesem Markt was Usability, Prozessgeschwindigkeit und Effizienz für den Nutzer angeht, vollkommen neue Maßstäbe.

Was ist euer aktueller Status und wie habt ihr es geschafft eine Finanzierung für Vimcar zu erhalten?

Christian: Seit der ersten Minute hat uns der HSG Alumnus Christophe Maire von Atlantic Labs unterstützt, inzwischen ist der Kreis der Investoren gewachsen und wir haben z.B. auch Profis aus der Automobil- und Steuerbranche an Bord. Letzten Monat, circa ein Jahr nach der ersten Idee, haben wir mit SPOTS Premiere auf dem Deutschen Steuerberatertag gefeiert. Es ist eine ungeheuer spannende Zeit, jeden Tag schlagen mehr Bestellungen bei uns auf.

Vimcar

Die Gründer (von links) Christian Siewek, Lukas Weber und Andreas Schneider

Uns interessiert natürlich, inwiefern eure Zeit an der HSG zu eurem Werdegang und jetzigem Erfolg beigetragen hat?  Warum habt ihr euch letztlich für Berlin als Standort entschieden?

Andreas: Es gibt zwei ganz klare Momente, die auf die HSG zurückzuführen sind und ohne die es Vimcar heute so nicht geben würde: Zunächst war das natürlich schlicht und einfach unser Kennenlernen während des Design Thinking Programms am IWI. Zum anderen hat uns das damals erlernte Testing-getriebene Design Thinking Denken bei Vimcar schon viel Geld gespart! Wir testen früh und schnell und stellen den User in den Mittelpunkt unseres Handelns. Das klingt zwar easy, ist es aber nicht.
Christian: Der Standort Berlin ist vor allem der Nähe zu Atlantic Labs geschuldet – sowie dem Umstand, dass sich hier ideale Gründungsbedinungen vorfinden: ein niedriges Preisniveau und motivierte Spezialisten aus der ganzen Welt.

Abschließend, was sind eure 3 Tips für unsere angehenden HSG Gründerinnen und Gründer?

Beide: Niemals aufgeben! Hände schütteln! Priorisieren!
Christian: Oft lässt man sich von einer Absage entmutigen. Wenn man dran bleibt und zeigt, dass man es ernst meint, lassen sich aber Berge bewegen. Zweitens: Die Menschen, die man unterwegs kennenlernt, stellen sich oft viel später als ungeheuer wertvoll heraus.
Andreas: Und zuletzt: Die Idee eines Startups ist, geringe Ressourcen optimal zu verteilen. Es ist eine große Herausforderung, sich jeden Morgen zu fragen: ‘Was muss ich heute tun, um uns der gemeinsamen Vision ein Stück näher zu bringen?’