Chef, ich hätte da so eine Idee…

Das Startup NIHI möchte den Innovationsprozess in Firmen drastisch verbessern. Mit einer App-Plattform können Mitarbeiter leicht und unkompliziert ihre Verbesserungsvorschläge dem Top Management mitteilen. Wir haben mit den Gründern von NIHI ein Interview geführt

                     . .Nihi

Mit der App Plattform Nihi soll die Kommunikation firmeninterner Ideen erleichtert und angekurbelt werden. Mitarbeiter können hier unkompliziert und schnell ihre Ideen dem Top Management mitteilen, ohne sich wie bisher durch sämtliche kommunikativen Hierarchieebenen des Unternehmens durchkämpfen zu müssen.

Nihi soll aber auch den Ideenfindungsprozess von einer Top-Down Perspektive fördern. Das Management kann so den Mitarbeitern beschreiben, in welchen Bereichen Innovationen besonders notwendig  sind und so zum Nachdenken anregen.Bei einer vielversprechenden Idee kann über die App direkt ein Meeting organisiert werden, um die Idee anschliessend vertiefen zu können.

Basierend auf dieser Idee ist die Überzeugung, dass in jeder Person eine Vielzahl von kreativen Ideen schlummern und es dahingehend nur einen fruchtbaren Boden bedarf, um aktiv an der Verbesserung der eigenen Firma mitwirken zu können.  Tatsächlich wollen immer mehr Mitarbeiter auch ihr eigenes Arbeitsumfeld mitgestalten und durch Ideen für strukturelle oder produktorientierte Verbesserungen sorgen.

Für das Management bietet NIHI die Gelegenheit, schnell und flexibel den Input der Mitarbeiter einsehen zu können. Gerade für das Management, wo zwischen Meetings oft nur wenige Minuten Zeit zur Verfügung stehen, soll die App einen entsprechenden Mehrgewinn an Mitarbeiternähe bieten. So kann sich vor dem Anschlussflug schnell ein Überblick verschaffen werden, welches Innovationspotenzial laut den Mitarbeitern noch in der Firma schlummert.

Interview

Wie seid ihr darauf aufmerksam geworden, dass der Austausch von innovativen Ideen in Unternehmen verbesserungswürdig ist?

 Mehrere Personen in unserem Umkreis haben uns über ihre negativen Erfahrungen im Unternehmensalltag berichtet, dass es keine guten Möglichkeiten gibt schnell und einfach Ideen und Vorschläge der zuständigen Person mitzuteilen.

Ganz bekannt ist die Geschichte eines Werksmitarbeiters bei einem grossen Automobilhersteller: Der besagte Mitarbeiter stellte fest, dass es aus Sicherheitsgründen keinen Unterschied macht, wenn beim Sicherheitsgurt 10cm gekürzt werden. Es dauerte eine längere Zeit bis dieser einfach umzusetzende Vorschlag es in die Chefetage geschafft hatte und der Hersteller einen sehr hohen Geldbetrag mit dieser Idee einsparte. Dafür steht NIHI: Einfach und schnell Top Management und Mitarbeiter miteinander verbinden.

 

Erklär uns die technische Seite. Wie kann man sich die App vorstellen? Als eine Liste von Ideen oder können die Nutzer kollaborativ an den Vorschlägen arbeiten?

Es werden drei Nutzerprofile erstellt, die miteinander zusammenarbeiten: 1) Mitarbeiter, 2) Management 3) Executor.  Mitarbeiter teilen ihre Ideen und Effizienzvorschläge via NIHI Applikation. Die Mitarbeiter werden von der App mit 6 Grundfragen angehalten sich Gedanken zur Umsetzung, Kosten sowie Zeitersparnis zu machen. Anschließend wird die Idee mit Pro / Kontra beschrieben. Diese Idee wird dem Manager bereitgestellt. Diese Person entscheidet mit wenigen Klicks über die Idee und gibt damit dem Mitarbeiter wertvolles Feedback. Falls die Idee angenommen wird, wird via App eine Person (Executor) kontaktiert, die diese Idee ausführt. Der Executor hat die Möglichkeiten bei Unklarheiten mit dem Mitarbeiter Kontakt aufzunehmen sowie den Status der Implementation einzusetzen.

 

Stellt ihr auch die Server zur Verfügung oder fungiert NIHI als Schnittstelle zum bereits existierenden Firmenintranet? Wie sorgt ihr für Sicherheit?

NIHI wird die sämtliche Daten sicher auf einem eigenen Server hosten. Das System wird für jede Firma angepasst und der Zugang zu der Applikation wird mittels der Employee Identification Number (EIN) sichergestellt bzw. eingeschränkt. Mit der EIN und Passwort verhindern wir, dass wir die Anwender die Firmenemail benutzen müssen und somit ein potentielles Sicherheitsproblem auftritt. Es wird zu keinem Zeitpunkt auf sensible firmeninterne Daten zugegriffen.

 

Hattet ihr bereits Kontakt zu Firmen oder potenziellen Nutzern und welche Produkteigenschaften sind für diese besonders wichtig?

Wir haben drei Firmen aus den Bereichen der Bankindustrie, Medizin sowie Logistik, die unser System testen werden. Jedoch führen wir momentan Gespräche um zusätzliche Implementationspartner zu akquirieren.  Ebenfalls haben wir Interviews mit Vertreter des  Managements geführt, sowie aktuelle Betriebsvorschlagsysteme analysiert und in einem speziellen Fall die Einführung eines solchen Systems mit all seinen Chancen und Problemen angeschaut.

Für Vertreter des Top Managements wird grosser Wert darauf gelegt, nicht mit zusätzlicher Arbeit konfrontiert zu werden. Mitarbeiter freuen sich auf einen Kanal, der einfach via Smartphone genutzt werden kann. Beide Bedürfnisse vereinen wir in NIHI: Manager können einfach und schnell entscheiden und Mitarbeiter erhalten einen direkten Draht in die Teppichetage.

Inwiefern haben euch die bestehenden Support-Systeme schweizweit und an der Uni geholfen, eure Idee weiterzuentwickeln.

Das HSG Entrepreneurial Talents Programm mit seinen Vertretern Manuel Hess und Diego Probst haben uns bei dem ganzen Prozess von der Ideenentwicklung bis jetzt grossartig begleitet. Sie haben Treffen mit Top Managers, Venture Capital, Legal Advice sowie Pitch Training organisiert und wir haben alle erheblich davon profitiert. Auch hat sich Manuel Hess einmal pro Woche Zeit genommen um gezielt unsere Fragen zu beantworten, neue Impulse zu setzten und NIHI erfolgreich auf den Weg zu bringen.

Auch freuen wir uns diesen März am Start Summit an der Universität St .Gallen teilzunehmen. Ein Event bei dem Investoren und Startups zusammenkommen, organisiert von den Studierenden. Die schweizweiten Supportsystem namentlich Venture Kick sowie die Initiative Startfeld nehmen wir momentan in Angriff und freuen uns auf die Erfahrungen, die wir sammeln werden.