Aufgepasst, Damenwelt: Das St.Gallener Startup Rollerina kombiniert modische Ballerinas mit einem cleveren Platzsparmechanismus. Wir haben beim Gründer Michael Gaska nachgehakt, wie er auf die Idee gekommen ist und was Rollerina so besonders macht.

Michael Gaska

Bei Rollerina handelt es sich – der Name mag es einigen schon verraten haben –  um zusammenrollbare Ballerinas, die einfach und bequem in der Handtasche verstaut werden können. Michael Gaska erahnte schon früh ein Bedürfnis von Frauen, situativ nach stundenlangem Tragen von modischen, aber auf Dauer schmerzhaften, Schuhen wie High Heels auf bequemere Wechselschuhe zurückgreifen zu wollen. So kann die Geschäftsfrau auf dem Weg nach Hause ihre Füsse und Absätze schonen, oder spät auf der Party noch einmal das Tanzbein schwingen.

Augenmerk auf Qualität

Im Gegensatz zu sich bereits auf dem Markt befindlichen zusammenrollbaren Turnschläppchen handelt es sich bei Rollerina um vollwertige Ballerinas mit fester Aussensohle und Fussbett.

Um den Komfort traditioneller Ballerinas in Kombination mit der Zusammenrollbarkeit sicherstellen zu könnnen, setzt das Startup auf hochwertige und innovative Materialien. Das Innenfutter besteht beispielsweise aus High-Tech-Mikrofaser. Rollerina interessiert sich dabei nicht nur für die Füsse seiner Kundinnen, sondern auch für die sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen, weshalb es seine Materialien ausschliesslich aus Europa bezieht.

 

Interview mit Michael Gaska

Michael, zusammenrollbare Ballerinas ist nicht gerade die erste Startup-Idee, die man von einem HSG-Studenten erwarten würde. Wie bist du auf die Idee gekommen, dass in der Damenwelt ein solcher Bedarf vorhanden ist?

Noch zu Studienzeiten ist mir während Partys aufgefallen, dass es Damen an bequemen, vollwertigen Wechselschuhen mangelt, die sich platz- und gewichtsparend in einer Handtasche verstauen und mitnehmen liessen. Zwar sind zunehmend Turnschläppchen als Wechselschuhe in Automaten erhältlich. Diese sind jedoch weder nachhaltig noch bequem, insbesondere nach mehrstündigem Tragen von High Heels.

 

Wenn man dich kennen lernt, merkt man schnell, dass du zu 100% hinter deinem Produkt stehst. Woher kommt deine Begeisterung und was macht Rollerina (auch im Vergleich zu Wettbewerbern) so einzigartig?

Rollerina verbindet Funktionalität mit ästhetischen Ansprüchen und ethischen Grundsätzen. Als einziges Label in der Schuhlandschaft bieten wir einen vollwertigen Schuh mit dem einzigartigen Add-On der Zusammenrollbarkeit, wodurch unser Rollerina platz- und gewichtsparend ist. Unsere Kundinnen erhalten darüber hinaus ein ganzes Kit, bestehend aus Rollerinas, Handtäschchen und Beutel für abgelegte Schuhe. Mit unseren eigenen Designs beweisen wir, dass funktionale Bekleidung modisch attraktiv ist und genügen selbst Ansprüchen hoch modeaffiner Damen. Von der Tasche bis zum Rollerina wird unser Kit gänzlich in der EU hergestellt, sodass wir die Einhaltung europäischer Sozialstandards garantieren. Zusätzlich nutzen wir auch überwiegend Materialien europäischen Ursprungs. Diese Kombination von Eigenschaften ist in der Form sogar weltweit einzigartig.

Ich stehe voll und ganz hinter Rollerina, weil wir mit unserem Schuh ein entscheidendes Bedürfnis von Damen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Geschmäcker befriedigen: universelle Wechselschuhe für diverse Lebenssituationen. Das Tolle an Rollerina ist, dass wir unmittelbar Feedback von unseren Kunden erhalten, das uns bestärkt und neue Ideen generiert. Die überdurchschnittlich niedrige Retourquote verglichen mit dem Branchenschnitt zeigt nicht zuletzt auch, dass wir unseren Kunden das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten und unser Konzept den Nerv unserer weiblichen, aber auch zunehmend männlichen Kunden trifft, die Rollerina als ideales Geschenk entdeckt haben.

 

In der Modebranche sind Markenbekanntheit und –image von entscheidender Bedeutung. Welches Vermarktungskonzept strebt ihr an und wie wollt ihr die Marke Rollerina beim Kunden etablieren?

Rollerina ist überall da, wo das Bedürfnis nach Wechselschuhen entsteht. Für die Stiletto-tragende Businessfrau sind die Point of Sale Hotels, Tagungszentren, Flughäfen, Bahnhöfe. Auch für Traveller auf Citytrips sind dies ideale Orte zum Kauf. Darüber hinaus haben wir unseren Online Shop und sind verstärkt auch im Offline-Markt auf Akquise. So sind wir in Gesprächen mit grossen europäischen Handelsketten, um auch im stationären Handel mit Rollerina präsent zu sein und möglichst schnell in der breiten Masse der weiblichen und männlichen Bevölkerung Bekanntheit zu erlangen. Unser einprägsamer und eingetragener Markenname trägt entscheidend dazu bei.

 

Du hast bereits einige Produkte verkauft und strebst an weitere Kollektionen schnell auf den Markt zu bringen. Wie hast du diese ersten Verkäufe erreicht und wie geht es nun konkret weiter?

Die ersten Verkäufe kamen durch Angehörige der HSG zustande, die an Rollerina geglaubt haben und unseren Schuh als ideales Give-Away für HSG-interne Tagungen und Events gefördert haben. Danach ging alles Schlag auf Schlag: über Mundpropaganda und Weiterempfehlungen kamen weitere Verkäufe hinzu. Weiterempfehlungen und zufriedene Kunden sind für uns besonders wichtig. Derzeit sind wir dabei unsere Marketingaktivitäten zu stärken. Präsenz auf Fashion Shows sowie einschlägigen Messen um Awareness unter Retailern und Resellern zu schaffen gehören hier ebenso dazu, wie die kontinuierliche Bearbeitung unserer Endkunden durch Social Media Kanäle und Printmedien.

 

Mit einem physischen Produkt bewegst du dich ausserhalb der IT getriebenen Startups. Würdest du sagen, dass ist ein klarer Vorteil und erleichtert einen Markteintritt?

Ganz eindeutig: es ist ein immenser Nachteil. Die Hürden, um mit einem physischen Produkt erfolgreich zu sein, sind in unserer digitalen Welt viel höher. Es ist per se schon mal eine Grundskepsis vorhanden, die in diesem Ausmass IT-getriebenen Startups nicht entgegen gebracht wird. Manchmal wundert es mich sehr, dass der x-te Zalando Klon mehr Aufmerksamkeit bekommt, als Rollerina mit seiner einzigartigen USP. Obwohl wir bereits innerhalb kürzester Zeit grosse Verkaufserfolge erzielt haben, ist es schwer Investoren vom Produkt zu überzeugen. Sicherlich fehlt bei den meisten Investoren das Know-how und Verständnis für Mode und Bedürfnisse von Frauen. Mich spornt das jedoch an. Der Erfolg in so kurzer Zeit gibt mir Recht. Hätte ich auf all die Kritiker und Zweifler gehört, wäre Rollerina nie entstanden.

 

Inwiefern haben dir die bestehenden Unterstützungsprogramme rund um die Universität geholfen, dein Startup voran zu bringen?

Ich freue mich, dass ich trotz der IT-getriebenen HSG-Startup-Szene eine Chance bekommen habe, Rollerina unter dem Dach der Jackstädt-Stiftung weiterzuentwickeln. Dank der finanziellen Unterstützung konnten wir Investitionen in Marketing und IT in der Anfangszeit finanzieren. Auch die Events mit HSG-Alumni und MBA-Teilnehmern boten uns ideale Plattformen für Feedback und hilfreiche Gespräche. Nicht zuletzt, konnten wir hierdurch auch einige Neukunden gewinnen.