Spacebase macht das Mieten von Konferenzräumen schnell, unkompliziert und günstig und will mit ausgefallenen Locations die Kreativität anfachen. Von Anfang an dabei ist Mitgründer und ehemaliger HSG-Student Jan Hofmann-Keining. Wir haben ihn gefragt, was Spacebase ausmacht.

Raum für kreative Ideen

Meetings gehören zum Berufsalltag. Häufig sind diese jedoch ganz und gar nicht produktiv und kreative Ideen bleiben aus. Einen Grund hierfür sehen die Gründer von Spacebase in den Räumlichkeiten, welche sich meist in den firmeninternen kahlen Wänden befinden und das Denken wiederholt in alte Bahnen lenken.

Ein probates Mittel dieses Muster aufzubrechen, ist buchstäblich ein Tapetenwechsel. Viele Firmen setzen deshalb vermehrt auf Seminare und Workshops in externen Räumlichkeiten, die mit ihrem besonderen Ambiente die Kreativität der Teilnehmer anregen sollen. Das Aufspüren solcher Räume und das Organisieren von Workshops gestaltet sich allerdings als kosten- und zeitaufwändig, weshalb vor allem viele mittelständische und kleinere Unternehmen von dieser Option noch nicht Gebrauch machen können.

Diese Erfahrung hat auch der ehemalige HSG Student Jan Hofmann-Keining gemacht. Als Consultant hat er selbst viele Stunden in Meetings verbracht und musste zudem unzählige organisieren. So entstand die Idee von Spacebase, welches er 2014 zusammen mit Julian Jost und Stephan Ekbergh gegründet hat. Das Startup bietet eine Plattform, auf der effizient und einfach besondere Konferenzräume entdeckt und mit wenigen Klicks gemietet werden können. Spacebase führt mittlerweile über 1500 Konferenzräume in mehr als 20 Städten weltweit wie Berlin, Amsterdam, Paris, Hong Kong oder Kapstadt. Das Portfolio ist abwechslungsreich gehalten und führt sowohl moderne Businessräume, als auch ausgefallenere Locations wie einen Boxring.

Ganzheitlicher Ansatz

Spacebase beschränkt sich dabei nicht nur auf das blosse Vermieten von Konferenzräumen, sondern bietet darüber hinaus zusätzliche Angebote. Es lässt sich beispielsweise beim Mieten der Räume das Catering oder sogar ein DJ direkt dazubestellen. Um die Kreativität seiner Kunden anzufachen, setzt Spacebase auch auf innovative Ansätze, wie etwa einen Live-Illustrator oder Toolboxes, mit deren Inhalt sich die Teilnehmer motorisch auseinandersetzen können.

In den Konferenzräumen will Spacebase seine Kunden nicht alleine lassen. Das Unternehmen liefert deshalb in seinem Blog regelmässig Tipps, wie man Workshops und Präsentationen spannender gestalten und den kreativen Output erhöhen kann.

 

Interview mit Jan

Jan, ihr habt vorher im Consultingbereich gearbeitet. In einem Blogpost auf eurer Webseite beschreibt ihr, wie Meetings sogar Gift für die Produktivität sein können. Haben die Meetings euch dort so zugesetzt oder was hat euch auf die Idee für Spacebase gebracht?
In unserer Zeit als Consultant haben wir natürlich viele Stunden in Meetings verbracht, aber vor allem auch unzählige Meetings organisieren müssen. Oft kam es dabei vor, dass eine ausgefallene Räumlichkeit gewünscht wurde und wir uns auf die Suche machen mussten etwas Passendes zu finden. Auf der anderen Seite haben wir natürlich auch den Grund für das Bedürfnis verstanden. Meetings außerhalb des Büros in schönen Räumlichkeiten waren meist deutlich effizienter und haben mehr Spaß gemacht. So hatten wir die Idee, eine Lösung für beide Seiten zu entwickeln und so kamen wir auf Spacebase.

 

Bei Spacebase können Konferenzräume mit 10 bis zu über 100 Teilnehmerplätzen gemietet werden. Wer sind eure primären Kunden?
Das Spektrum unserer Kunden ist sehr breit. Natürlich sind Start-Ups dabei, aber auch sehr viele Corporates wie Banken, Pharmakonzerne oder Automobilhersteller, dessen Mitarbeiter auf der Suche nach einer abwechslungsreichen Umgebung sind.

 

Wie sieht für euch das perfekte Meeting aus?
Für das ideale Meeting gehören für uns viele verschiedene Faktoren dazu. Ganz klar spielt die Räumlichkeit dabei eine essenzielle Rolle. Teilnehmer des Meetings können dadurch inspiriert und motiviert werden. Aber auch der Ablauf entscheidet über den Erfolg eines Meetings. Deshalb haben wir in unseren besten Räumlichkeiten nun auch die sogenannten Spacebase Meeting-Boxen platziert, die mit Ihrer Ausstattung für etwas Abwechslung in den Meetings sorgen sollen.

 

Die Sharing Economy ist im B2C Bereich durch Anbieter wie Airbnb etabliert. Mit Spacebase wollt ihr diesen Trend auch in der Meeting-Industrie etablieren. Worin liegen die Vorteile, Konferenzräume so flexibel anzumieten?
Ganz klar – die Meetingräume bieten die ideale Alternative zum Tagungshotel. Abwechslungsreiche Konferenzräume, statt homogen eingerichteter Tagungsräume. Hinzu kommt natürlich der Punkt, dass viele Räume ungenutzt sind. Die freien Kapazitäten möchten wir mit unserer Plattform auslasten, um so Ressourcen, die ohnehin zur Verfügung stehen, zu nutzen.

 

Spacebase ist im August 2014 gegründet worden und hat seitdem über 1500 Locations im Angebot. Wie habt ihr es geschafft schon vom Start an so viele Konferenzräume anbieten zu können?
Gestartet haben wir mit einem effizienten Netz an motivierten Location-Scouts in unterschiedlichen Städten. Damit konnten wir schnell wachsen aber dennoch sichergehen, dass die Meetingräume unseren Qualitätsansprüchen gerecht werden.

 

Spacebase arbeitet mit lokalen Scouts, um weitere Konferenzräume in das Portfolio aufzunehmen. Was sind eure wichtigsten Kriterien für einen guten Konferenzraum für Spacebase?
Damit ein Konferenzraum in unser Portfolio passt, muss dieser das gewisse Extra haben, welches den Raum abwechslungsreich macht. Das kann eine moderne Einrichtung sein, ein besonderer Ausblick oder das Gebäude in dem sich der Raum befindet.

 

Spacebase bietet nicht nur Konferenzräume an, sondern liefert regelmäßig Tipps, wie man Meetings durch Präsentationstechniken oder zusätzlichen Angeboten wie Meeting-Illustrators interessanter gestalten kann. Welcher Gedanke steckt hinter diesem ganzheitlichen Ansatz?
Natürlich ist es nur mit der Location nicht immer getan. Wir möchten unseren Kunden das Organisieren von Meetings erleichtern und möchten, dass wir aktiv zu dem Erfolg eines Meetings beitragen können. Da liegt es für uns Nahe, über unser Produkt hinaus als Inspirationsquelle zu dienen.

 

Wie sehen die Meetings in eurem eigenen Unternehmen aus? Seid ihr eure eigenen Kunden?
Auf jeden Fall – wir haben schon einige Meetings in Tagungsräumen aus unserem Portfolio abgehalten.

 

Habt ihr eigene Lieblingskonferenzräume aus eurem Portfolio?
Jeder der Räume hat seine Vorzüge. Wenn ich mich jetzt aber entscheiden müsste, dann finde ich den Meetingraum in Berlin-Friedrichshain  super, die kreative Stimmung im Co-Working-Space für Künstler färbt direkt auf die eigene Produktivität ab. Bei den Tagungsräumen ist mein Favorit ein Loft in Berlin-Wedding, das vor allem durch die kreative Einrichtung besticht. 

 

Ihr seid bereits in über 10 verschiedenen Ländern am Start und bietet neben den Konferenzräumen selbst noch Zusatzdienstleistungen wie Catering an. Was sind die Next Steps für Spacebase?
Gerade erst haben wir unser neues Produktfeature gelauncht, das unseren Kunden erlaubt etwaige Zusatzservices wie Technik, Catering oder Möblierung direkt über unsere Plattform zu buchen. In Zukunft möchten wir noch näher am Kunden sein und sind bereits dabei Services zu entwickeln die sowohl die Vor- als auch die Nachbereitung eines Meetings oder Workshops erleichtern.

 

Interview geführt von Axel Mitbauer