Mittlerweile wird so gut wie alles online gebucht. Sei es die Reise in die Ferien oder Transportdienste wie Uber. Bei alltäglichen Dienstleistungen wie Coiffeur, Massage, oder Autoinspektion sehen die Gründer von QUAP, unter ihnen die HSG Alumnis Michael Bürgi, Jerome Fanger, Lucien Hürzeler, Nicolas Johner und Dominic Kobel, allerdings noch Nachholbedarf. Wir führten mit ihnen ein Interview. 

Könnt ihr den Lesern kurz erläutern, was QUAP ist und wie durch QUAP für den Kunden Nutzen entsteht? 

Quap steht für «Quick Appointment» und bietet eine Terminbuchungsplattform auf der Dienstleistungen aller Art direkt online gebucht werden können – kostenlos, 24h am Tag, sieben Tage die Woche.

Ferien inklusive Hotel und Flug werden heutzutage online gebucht. Sogar der Transport zum Flughafen kann via Uber online organisiert werden. Anders sieht es bei alltäglichen Services aus, bei denen eine Reservation nötig ist. Zum Beispiel ein Termin beim Friseur, die nächste Beauty Behandlung im Nagelstudio, eine erholende Massage, das Squash Feld im Sportcenter oder ein Reifenwechsel in der Garage. Viele dieser Dienstleistungen müssen immer noch mühsam per Telefon gebucht werden. Dank Quap ist jetzt Schluss damit.

QUAP wurde von HSG Studenten gegründet (Bei der Gründung waren noch keine ITler an Board). Wie habt ihr euch gefunden und seid gemeinsam auf die Idee von QUAP gekommen?

Wir kennen uns bereits seit der Startwoche der Universität St. Gallen. Während unserer Studienzeit haben wir immer wieder gemeinsam Projekte realisiert, was uns jeweils sehr fasziniert hat und viel Freude bereitete. An der Universität St. Gallen wird das Thema Unternehmertum zudem stark gefördert, wodurch wir immer wieder in Kontakt mit interessanten Unternehmerinnen und Unternehmern kamen. Schliesslich haben wir uns entschieden, gemeinsam den Schritt zu wagen und ein eigenes Unternehmen zu gründen. Die Idee für Quap kam uns, weil wir es selber immer sehr mühsam fanden, Termine beim Coiffeur oder im Massage-Salon zu vereinbaren. Entweder sind die Dienstleister per Telefon nicht erreichbar, oder man muss lange auf eine Terminbestätigung warten, wenn man per E-Mail einen Termin reservieren will. Wir fanden, dass derartige Termine eigentlich viel flexibler und einfacher online gebucht werden könnten. So entstand die Idee eine online Terminbuchungslösung zu entwickeln, bei der Termine direkt gebucht werden können. In der Folge suchten wir nach Informatikern und wurden glücklicherweise in unserem Bekanntenkreis fündig.

QUAP konkurriert auf dem Schweizer Markt bereits mit diversen anderen Unternehmen mit ähnlichem Geschäftsmodell wie Salonmeister oder Agenda.ch. Was unterscheidet QUAP von der Konkurrenz und hebt es von dieser ab?

Zwei Aspekte unterscheiden uns massgeblich von unseren Konkurrenten. Bei uns steht der Kunde an erster Stelle, dies ist nicht nur eine einfache Aussage, bei Quap leben wir dieses Statement auch. Wir kümmern uns so gut wie nur möglich um unsere Kundschaft. Da kann es durchaus auch vorkommen, dass man Kundentermine an einem Sonntag wahrnimmt um dem Kunden bei einem Problem zu helfen.

Darüber hinaus zeichnet sich Quap auch durch dessen Qualität aus. Das Label „made in Switzerland“ steht sinngemäss für ein qualiativ hochstehendes Produkt. Wir stellen

diesbezüglich höchste Anforderungen an unsere Dienstleistung und sorgen dafür, dass die Plattform einwandfrei funktioniert und verbessern sie stetig. Wir sind davon überzeugt, dass es kaum ein anderes Produkt im Markt gibt, welches ein ähnliches Preis/Leistungsverhältnis bietet.

Eine Terminbuchungsplattform steht und fällt mit dem Angebot. Wie konntet ihr die Anbieter für euch gewinnen und wie wollt ihr QUAP zukünftig noch bekannter machen?

Aller Anfang ist schwer, das haben wir auch gemerkt, als wir im März dieses Jahres mit unserem System in den Markt eingetreten sind. Zunächst war es relativ schwierig die Dienstleister von Quap zu überzeugen. Es hat uns demensprechend einiges abgefordert die ersten Anbieter zu gewinnen. Allerdings bietet Quap den Dienstleistern auch neben dem Plattform Aspekt noch weitere Vorteile. Die online Buchung für bestehende Kunden, eine integrierte Kundendatenbank, automatische Terminerinnerungen und weitere Funktionen erleichtern unseren Dienstleistern den Geschäftsalltag erheblich.

Nun tragen unsere Anstrengungen aber endlich Früchte. Die gewonnen Kunden sind mit Quap sehr zufrieden und wir werden von bisherigen Kunden via Word-of-mouth weiterempfohlen. Seitdem wir auf dem Markt sind, konnten wir bereits stark wachsen. Mit zusätzlichen Anstrengungen im Marketing sind wir überzeugt, dass wir die bisherige Erfolgsgeschichte von Quap weiterführen können.

Was waren bis jetzt die größten Hürden im Entwicklungsprozess von QUAP und wo seht ihr die zukünftigen Herausforderungen?

Requirements engineering ist eine zentrale Phase im kontinuierlichen Entwicklungsprozess von Software. Wir sahen und sehen uns laufend mit neuen Anforderungen von Kunden an die Software konfrontiert. Diese gilt es zu priorisieren und umzusetzen. Das ist nicht immer einfach, da einige Kunden sehr anspruchsvolle Anforderungen haben. Wir werden sicher auch in Zukunft hart arbeiten müssen, um den Kundenwünschen gerecht zu werden. Eine weitere Herausforderung wird auch das schnelle Wachstum sein. Wir benötigen ständig mehr Ressourcen für die Gewinnung und Betreuung der Kunden.

 

Interview von Axel Mitbauer