Surp

 

Reise ins Ungewisse

Dein Los ist gefallen – verfolge die Weise, der Weg ist begonnen – vollende die Reise.
Johann Wolfgang von Goethe

Es scheint fast so, als fusse das Startup Surp auf diesem Gedanken Goethes. Bei Surp lassen sich Überraschungtrips innerhalb Europas buchen. Denn das Geheimnis, wohin die Reise geht, lüftet sich hier für den Kunden erst am Flughafen.

Das ist nicht nur spannend, sondern in Zeiten von in ihrer Vielzähligkeit überbordender Entscheidungsmöglichkeiten erfrischend anstrengungslos und unkompliziert. Lediglich Datum und Aufenthaltsdauer – die Nutzer können zwischen drei oder vier Tagen wählen – sind bekannt. Zusätzlich können drei potenzielle Reiseziele a priori ausgeschlossen werden – um der Gefahr entgegenzuwirken, dass man in jener Stadt landet, welche man bereits bei der letzten Reise wissentlich besucht hat. Ausserdem kann man sich zumindest den aktuellen Wetterbericht seiner noch geheimen Zieldestination erfahren, um Platz im Handgepäck zu sparen.

Wir haben uns mit den Gründern von surp.ch, Andreas Näf, Nicole Grüninger und Marcial Bollinger,  unterhalten und sie nach den Vorzügen von Überraschungstrips gefragt.

 

Interview

Nicole, Marcial und Andreas, wie kommt man auf die Idee, eine Plattform für Überraschungstrips zu gründen? Habt ihr selbst schon mal so eine Reise unternommen?

 Hat nicht jeder schon einmal mit dem Gedanken gespielt, einfach an den Flughafen zu gehen und den erstbesten Flug zu nehmen – egal wohin? Oder bestimmt kennen die meisten die Situation, in der Gruppe eine Reise organisieren zu wollen und dann Stunden damit zu verbringen, Flüge und Hotels auf die Vorlieben der einzelnen Personen abzustimmen. Uns zumindest ging es so, und da es in der Schweiz bis anhin keinen Reiseanbieter gab, der uns das bieten konnte, haben wir surp.ch gegründet.

Bis jetzt sind wir leider noch gar nicht dazu gekommen, eine eigene Überraschungsreise zu machen – da wir mit organisieren und buchen beschäftigt sind. Aber wir freuen uns auf unseren ersten #surpcitytrip und darauf, zu erleben, wie es unseren Kunden beim Verreisen jeweils geht.

 

Worin liegen eurer Meinung nach die Vorteile einer Überraschungsreise?

Im Wesentlichen sehen wir drei Vorteile. Einerseits lässt man sich auf ein kleines Abenteuer ein, indem man nicht weiss, in welcher Stadt man die nächsten drei oder vier Tage verbringen wird. Damit man doch etwas vorbereitet ist, erhält man vor der Abreise einen Link zur persönlichen my.surp.ch-Seite, wo man das Wetter in der Überraschungsstadt erfährt.

Der zweite Vorteil ist, dass wir für unsere Kunden die Organisation der Reise sowie der Wahl der besten Angebote an Flügen und Hotels übernehmen. Es gibt wohl keine entspanntere Vorbereitung auf einen Städtetrip, als bei uns zu buchen.

Der dritte Vorteil ist, dass eine Überraschungsreise von surp.ch es ermöglicht, eine Stadt dann spontan zu erleben und zu entdecken. Wir sind überzeugt, dass ein #surpcitytrip ein ganz anderes Erlebnis wird, als einfach nur die bekannten Touristen-Hotspots abzuklappern.

 
Wie funktioniert das Geschäftsmodell von surp.ch? Ihr meintet, dass surp.ch nicht teurer als Selbstbuchen sei…

Unsere Städtetrips sind nicht teurer, als wenn man selbst eine Reise buchen würde. Wir arbeiten mit Partnern aus der Reisebranche zusammen und profitieren damit von deren Konditionen. Langfristig hoffen wir darauf, dass wir unser Angebot erweitern und unseren Kunden weitere Reisen und Überraschungselemente zu attraktiven Bedingungen anbieten können.

 
Essenziell im Reisegeschäft ist die Brand. Wie wollt ihr die Marke surp.ch etablieren und Vertrauen aufbauen?

surp.ch steht für eine Reise mit Abenteuer und Überraschung. Und wir geben unseren Reisenden die Möglichkeit, eine Stadt auf eine andere Art zu entdecken.

Für uns ist Social Media ein wichtiger Kanal, um unsere Vision zu verbreiten. Wir posten regelmässig Beiträge und lassen unsere Community an surp.ch und den Abenteuern anderer Reisenden teilhaben. Dazu beanspruchen wir Hashtags wie #surped oder #surpcitytrip für uns. Noch wichtiger ist jedoch die Mund-zu-Mund-Propaganda. Unser Ziel ist es natürlich, dass die Reisenden zufrieden von einem unvergesslichen Städtetrip zurückkehren, zuhause davon erzählen und im nächsten Jahr dann wieder buchen – und dann am besten auch gleich ihre Freunde mitnehmen. Bis jetzt ist das Feedback sehr gut und motivierend.

Auch bereits vor der Reise führen die #surpcitytrips zu überraschenden Gesprächen, denn auf die Frage „Wohin geht’s denn?“, können unsere Kunden nur mit einem „Weiss ich noch nicht“ antworten.

 
Könnt ihr uns mehr über euer Buchungsvorgang erzählen? Aufgrund welcher Kriterien wird die Destination ausgewählt? Könntet ihr theoretisch für euch selbst buchen, ohne zu wissen, wo es hingeht?

Wie die genaue Wahl der Destination funktioniert bleibt natürlich unser kleines Geheimnis. Wir legen jedoch grossen Wert darauf, sehr viele unterschiedliche Destinationen anzubieten. Die Wahl des Zielorts hängt unter anderem von saisonalen Bedingungen ab – so soll beispielsweise niemand in eine vollkommen verwaiste Stadt reisen.

Andreas wird am Auffahrtswochenende mit einigen Freunden einen #surpcitytrip machen. Wir müssen aber noch genau herausfinden, wie die Destination für ihn geheim bleiben kann und er diese ganz sicher erst am Flughafen erfährt. Bis jetzt ist es ja so, dass in unserem kleinen Team jeder mitanpackt und sieht, was gerade läuft.

 

Was wisst ihr über eure Kunden? Wer nutzt surp.ch?

Gute Frage, aber ganz genau können wir diese Frage noch nicht beantworten. Seit dem Start vor zwei Monaten, haben rund 200 Personen eine Überraschungsreise gebucht, dazu gehören:

  • Pärchen, die sich nicht für eine Stadt entscheiden konnten;
  • Einzelpersonen, die ein Abenteuer suchen;
  • Mutter-Tochter-Städtetrips;
  • Gruppen bis zu 8 Personen, die zusammen eine gute Zeit haben wollen;
  • eine Informatik-Klasse, die einen #surpcitytrip als Abschlussreise gebucht haben.

Die ältesten Personen, die bis anhin bei surp.ch gebucht haben, sind übrigens 80 Jahre alt.

 

Wohin sind die Surp.ch Kunden bis jetzt schon überall geflogen? Habt ihr von Geschichten gehört, die eure Kunden auf ihren Reisen erlebt haben?

Hier nur einige Beispiele: Lyon, Berlin, Ljubljana, Bilbao, Madrid, Warschau, Amsterdam, Riga, Krakau, Oslo, Nizza, Istanbul, Zagreb, Stockholm, Brüssel…und…und…und.
Von den bereits durchgeführten Reisen gibt es schon einige Geschichten, Fotos und Videos, die wir jeweils auf unserer Facebook-Seite und der Webseite surp.ch teilen. Dazu gehört auch eine lustige Strategie, wie zwei Freundinnen eine für Sie unbekannte Stadt entdeckt haben. Und zwar erzählten sie uns, dass sie sich irgendwelche Personen ausgesucht haben und ihnen nachgelaufen sind, um zu sehen, wohin diese unterwegs waren.

 

Was sind die Next Steps für surp.ch? Ist irgendwann auch eine Expansion ausserhalb Europas geplant?

Wir haben ja erst im Januar in der Schweiz gestartet und möchten noch dieses Jahr in den deutschsprachigen Raum expandieren. Danach ist eine Erweiterung auf ganz Europa natürlich durchaus ein Thema. Und wenn es surp.ch irgendwann auch ausserhalb von Europa gibt, sind wir auch nicht enttäuscht 😉